Von Ostfriesland nach Louisiana

 

    Von Ostfriesland nach Louisiana  -               Flucht einer jüdischen Familie

 

 

Cover- Sternberg-Biografie

Das Textilgeschäft Meyer Sternberg gehörte vor 1933 zu den bedeutenden Kaufhäusern der Kleinstadt Aurich in Ostfriesland. Wegen ihrer Religion musste die Familie Sternberg während der Nazi-Zeit aus Aurich fliehen. Der jüngste Sohn, Hans Sternberg hat 2009 die Geschichte seiner Familie veröffentlicht. Rainer Wehlen hat jenen Teil, der die Zeit in Aurich betrifft, ins Deutsche übertragen und mit der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft-Ostfriesland herausgegeben.

An der Gestaltung des Buchumschlags arbeiteten zwei Kunstkurse der Integrierten Gesamtschule Aurich-West.
Ich meine, dass Hans Sternberg durch seine persönliche Erzählung, in der er mit historischer Wahrheit sorgfältig umgeht und „nebenbei“ politische und historische Erläuterungen erklärend einarbeitet, Geschichte sehr anschaulich beschreibt und sie dadurch auf einer persönlichen Ebene geradezu erlebbar macht. Seine Schilderungen sind ausgesprochen exemplarisch hinsichtlich der Lebensumstände jüdischer Mitbürger im rassistischen Regime der deutschen Nazis. Gleichzeitig wird auch deutlich, dass die Sternberg-Story eine Ausnahme beschreibt: Die Sternbergs sind weggekommen, sie haben überlebt, und sie haben einen bewundernswerten Aufstieg geschafft.

Sternberg beleuchtet verschiedene Aspekte:

  • das unbeschwerte Leben der Familie Sternberg in Aurich vor 1933,
  • wie aufkommender Antisemitismus die jüdischen Menschen traf und
    manche Mitbürger den braunen Trend der Zeit nicht mitmachten,
  • wie sich die Familie auf die erzwungene „Auswanderung“ vorbereitete,
  • Erfahrungen der Familie im Rückblick und Resümee

Ein Lob dem Übersetzer: Er findet eine angenehm erzählende Sprache, die der Sache angemessen ist.

Von Ostfriesland nach Louisiana  - Flucht einer jüdischen Familie, Aurich 2012, 96 Seiten,
ab 8. Klasse sicher gut geeignet als Ganzschrift im Deutsch- oder als Ergänzung für Geschichtsunterricht
Für ein abgegebenes Buch erwartet die DIG eine Spende in Höhe von 15,-€
Bei einer Abgabe mehrerer Bücher deutlich weniger.
Bezug über DIGOstfrieslandFreitag@t-online.de
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Der von uns veröffentlichte Teil der Familienbiographie von Hans Sternberg schließt bitter:  „ ... Aurich ist in die­sem Sinn so, wie Hitler es gewollt hat: ‚Judenfrei‘. “

Nach meinem persönlichen Eindruck ist bei Hans Stern­berg während (und vielleicht durch?) die Zusammenar­beit und wohl durch die Erfahrung der Veröffentlichung seiner Arbeit sowie durch die Berichte über öffentliche Reaktionen auf diese Biographie eine veränderte Stim­mungslage zu spüren:

Im April 2012 schreibt er: „... Ich weiß, dass es Ihre wie meine Hoffnung ist, dass diese Übersetzung ... nach der katastrophalen Geschichte des Zweiten Weltkrieges ein bescheidener Beitrag für die anhaltenden Anstrengungen zur Versöhnung zwischen den Juden der Welt und dem deutschen Volk sein möge. ...Ich schätze Ihre wichtigen Bemühungen sehr.“

Im November 2012: „Es ist... ganz Herz-erwärmend mit­zuerleben, wie dieser Teil des Buches in Deutschland veröffentlicht wird.“

Im Dezember 2012 teilt Hans Sternberg mit, dass er
ei­nen zugeschickten Splitter der Basaltsäulen, die auf dem Synagogenplatz in Aurich an die Opfer der Shoah erin­nern, einfassen lässt, um ihn in seinem Wohnzimmer zu prä­sentieren.
Und im September 2014 teilt Hans Sternberg mit, dass er seine Geburtsstadt besuchen werde. Das tut er am 25. 11. mit Ehefrau Donna, Tochter Deborah, Schwiegersohn Michael und zwei Enkeln. Am Ende des Besuchs ist klar: Der ganzen Familie hat der Besuch außerordentlich gut getan und Hans Sternberg ist froh, diesen Entschluss realisiert zu haben.

Aurich im November 2014    Wolfgang Freitag

  

 
 

Informationen des Präsidiums