Stolpersteine Aurich

12. Staffel: bald 300 Stolpersteine in Aurich

Im Oktober 2017 werden in Aurich 25 bis 30 werden in Aurich 28 weitere Stolpersteine verlegt.
Zu einer früheren Verlegung hatte der 91-jährige Ernst Wolff aus Israel seinen Sohn Jair gebeten und beauftragt nach Aurich zu kommen und "seiner" Stolperstein-Verlegung beizuwohnen. Sechs Freunde der Familie Wolff aus den Niederlanden waren bei der Verlegung und bei der abendlichen Gedenkveranstaltung dabei. Sie zeigten sich tief beeindruckt davon, "wie Ihr mit der Geschichte umgeht. Zu Hause werden wir allen unseren Freunden von dieser würdigen Veranstaltung und den vielen Leuten, die daran teilgenommen haben, erzählen!"
Auch Tito Wolff mit seiner Gattin Klara waren aus Buenos Aires angereist. Tito Wolff ist der jüngste ehemals in Aurich geborene Jude, der wiederholt seine Geburtsstadt besuchte. Er bedankte sich am Abend für die Ausrichtung der Gedenkveranstaltungen und für die überwältigende Teilnahme der Auricher Bevölkerung, bevor er zum Abschluss des Gedenkens mit Jair Wolff das Kaddish für die Opfer der Shoah sprach.



Insgesamt werden in Aurich ab Oktober über 300 Stolpersteine verlegt sein.  Für weitere dieser kleinen Gedenksteine können sich Einzelpersonen, Vereine und Institutionen noch als Paten zur Verfügung stellen.

mehr zu den Auricher Stolpersteinen hier: https://stolpersteineaurich.wordpress.com/verlegung-2/
zur 10. Solperstein-Verlegung im Juli 2015: http://www.oz-online.de/-videos/player/31949/Auricher-Schueler-verlegten-Stolpersteine

zur Vorgeschichte des Gedenkens an die Shoah:
Aurich hat eine gute Tradition entwickelt, möglichst offen mit seiner Geschichte umzugehen und dabei auch die beklemmenden 12 Jahre von 1933 bis 1945 nicht auszulassen.

1965 hatte der damalige Leiter der Deutsch-Niederländischen Heimvolkshochschule, Johannes Diekhoff in Israel Wolff Wolffs getroffen, den letzten von der Gestapo eingesetzten Vorsteher der jüdischen Gemeinde Aurichs.




Bereits 1975 haben Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule Aurich-West ( 7. Klasse) mit einer simplen wie eindrucksvollen Arbeit angefangen:

In einem aktuellen Stadtplan wurden an den Stellen, wo nach der Volkszählung von 1932 Juden wohnten, Davidsterne eingezeichnet. Das Ergebnis hat damals auf eindrucksvolle Weise visualisiert, was bis dahin wenig besprochen wurde: Auch Aurich hatte einmal eine lebendige jüdische Gemeinde! Auch in Aurich hatte man einmal jüdische Nachbarn!

Seit 1981 hat der spätere Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Wolfgang Freitag, mit Jugendlichen in Israel nach ehemaligen jüdischen Mitbürgern gesucht und diese regelmäßig besucht - so angefangen, eine Brücke zu deren alter Heimat zu bauen. Über 25 Jahre lang hat er diesen Jugendaustausch kontinuierlich betrieben.

1984 fand der erste Besuch ehemaliger Auricher aus Israel in Aurich statt.

1992 Gab es eine erste „Woche der Begegnung“ mit ‚Ex-Aurichern‘ aus aller Welt

2002 konnte ein zweites Mal eine solche Woche realisiert werden:



dabei wurden auf dem Platz der ehemaligen Synagoge Basaltsäulen mit den Opfernamen der Shoah eingeweiht, womit die Namen dem Vergessen entrissen wurden und die Nachkommen einen Ort zum Trauern erhielten.


Seit 2007 ist die Synagoge symbolisch wieder präsent:



Seit 2010 arbeitet nun eine Arbeitsgruppe unter Leitung der Kulturamtsleiterin der Stadt, Brigitte Weber, und dem stellvertretenden Vorsitzenden der DIG-Ostfriesland, Günther Lübbers, daran, für alle Auricher Nazi-Opfer in deren unmittelbarem früheren Lebensbereich an diese damaligen Mitbürger zu erinnern:
dazu dienen die Stolpersteine. Die Arbeitsgruppe betreibt hierzu eine eigene Homepage: stolpersteineaurich.
Dort werden auch die letzten Stolperstein-Verlege-Aktionen beschrieben
und die nächste bekanntgegeben.


 
 

Informationen des Präsidiums